Krebs im Enddarm und After

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Blut am oder auf dem Stuhl lässt viele Menschen sofort an ein Hämorrhoidalleiden denken. Sie haben damit in den meisten Fällen auch Recht. Doch ganz sicher sind die weit weniger harmlosen Leiden wie Dickdarmkrebs und andere Enddarmkrankheiten, die ebenfalls mit diesem Alarmzeichen einhergehen, nur durch eine ärztliche Untersuchung auszuschließen. So gesehen ist die Afterblutung immer ein Warnsignal, das Sie unbedingt und ohne Zögern zum Arzt führen sollte.

 Der Dickdarmkrebs gehört zu den häufigsten Krebskrankheiten in allen Industrienationen. Das erklärt sich zum größten Teil aus der ballaststoffarmen, zu fettreichen Zivilisationskost. Sie führt dazu, dass der Stuhl nur unregelmäßig und in zu kleinen Mengen entleert wird, also zu lange mit der Darmschleimhaut in Kontakt bleibt und Schäden verursacht, die schließlich krebsig entarten. Hinzu kommt, dass der übermäßige Fettkonsum zur vermehrten Ausschüttung von Galle in den Darm führt; die Gallensäuren stehen im dringenden Verdacht, bei zu hoher Konzentration im Stuhl ebenfalls das Krebsrisiko zu erhöhen.

Rund 70 % aller Krebskrankheiten im Dickdarm betreffen den S-förmigen Dickdarmabschnitt oder den Enddarm. Zum größeren Teil können sie bereits durch Enddarmuntersuchung mit dem Finger, wie sie im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen erfolgt, ferner durch Nachweis von »verstecktem« Blut im Stuhl und durch Spiegelung der höheren Dickdarmabschnitte frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden. Die Heilungsaussichten sind dann noch günstig, nehmen aber rapide ab, sobald der Krebstumor erst einmal stärkere Beschwerden verursacht. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sollten deshalb von allen Menschen spätestens ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch genommen werden.Ein früh erkannter Dickdarmkrebs ist heilbar! Aber eindeutige Frühwarnzeichen des Dickdarmkrebses gibt es nicht. Verdächtig sind praktisch alle Veränderungen des gewohnten Stuhlgangs; sie erklären sich zwar häufig aus anderen, harmloseren Ursachen, müssen aber bis zum Beweis des Gegenteils durch die fachmännische Untersuchung als mögliche Krebssymptome verstanden werden. Bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs treten Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, verminderte Leistungsfähigkeit, sichtbare Blut- und Schleimbeimengungen im Stuhl, Abgang »feuchter« Darmwinde mit Blut und Stuhl, schließlich das Unvermögen zur willentlichen Zurückhaltung von Stuhl und Darmgasen hinzu. Die Aussichten auf Heilung sind jetzt deutlich schlechter als bei frühestmöglicher Behandlung. Das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, lässt sich zwar nicht völlig ausschalten, aber doch entscheidend vermindern. Eine ballaststoffreiche, fettarme Ernährung und die frühzeitige Behandlung von Hämorrhoiden und anderen Darmerkrankungen bieten den - nach heutigem Wissen - bestmöglichen Schutz.

Krebs am After kommt relativ selten vor. Er entsteht nicht an der Schleimhaut, sondern geht von der Haut aus, die in den Enddarmkanal zieht und dort in die Schleimhaut übergeht. Zum Teil wuchern die Tumoren außen am After, teils auch innen im Enddarmkanal. Bei frühzeitiger Diagnose kann auch diese Krebskrankheit vollständig geheilt werden. Da sie aber lange Zeit symptomarm verläuft und von vielen Patienten nicht oder mit untauglichen Mitteln behandelt wird, ist es bei der fachmännischen Diagnose nicht selten zu spät für eine wirksame Behandlung. Unklare Symptome am After, die denen einer Entzündung oder eines Risses ähneln, dürfen deshalb nie durch Selbsthilfe unnötig verschleppt werden, auch wenn sie nur zwischendurch einmal auftreten und erträglich sind.