Behandlung der Hämorrhoiden

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Bei den meisten Eingriffen, die der Arzt bei After- und Enddarmerkrankungen anwendet, handelt es sich um konservative Behandlungsmethoden, d.h. die Behandlung versucht, eine Operation zu umgehen und sozusagen den alten Funktionszustand wiederherzustellen. Die häufigsten proktologischen Beschwerden werden in der Tat durch die erkrankten und vergrößerten Hämorrhoiden verursacht. Sie sind auch der Grund für die anderen After- und Enddarmbeschwerden, die auftreten, wenn das Hämorrhoidalleiden nicht behandelt wird. Vorweg sollten Sie zu Ihrer Beruhigung wissen, dass in den meisten Fällen die proktologische Behandlung von Erfolg gekrönt ist: Die Abdichtungsfunktion des Hämorrhoidalpolsters wird wieder verbessert und seine Arbeitsweise normalisiert. Weniger als fünf Prozent aller Hämorrhoiden-Patienten müssen heutzutage noch eine Operation vornehmen lassen. Doch ohne die enge Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt und ohne eine konsequente Anwendung aller empfohlenen Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen ist das nicht möglich. Deshalb: Schieben Sie Ihren Arztbesuch nicht vor sich her - er ist harmloser, als Sie denken. Der Arzt verfügt über verschiedene technische Behandlungsmöglichkeiten vergrößerter Hämorrhoiden.

 Infrarotkoagulation

Infrarotkoagulation bedeutet Infrarotlicht-Behandlung. Das Verfahren eignet sich sehr gut zur Blutstillung bei blutenden Hämorrhoiden I. Grades. Mittels einer als Lichtleiter dienenden bleistiftdünnen Stange, die durch das Proktoskop auf einen Hämorrhoidenknoten aufgesetzt wird, kann Wärmeenergie in Form von Infrarotlicht auf das mit der Gerätespitze berührte Gewebe übertragen werden. Dieses führt zu einer Verbrennungsreaktion bis zu einer Gewebetiefe von etwa 2 bis 3 mm. So werden die kleinen Haargefäße an der Oberfläche der Hämorrhoidalknoten verschorft und die Blutung gestillt. Dieses Verfahren eignet sich nicht zur Behandlung der aus dem After hervortretenden (bzw. hervorgetretenen) Hämorrhoiden, also der Hämorrhoiden II, III. und IV. Grades. Da die Koagulationssonde (über das Proktoskop) oberhalb des schmerzempfindlichen Analkanals aufgesetzt wird, ist diese Behandlung absolut schmerzfrei. In seltenen Fällen kann die Infrarotbehandlung die Blutung zunächst verstärken. Eine solche Blutung ist aber ungefährlich, wenngleich sie auch ganz vereinzelt mehrere Tage andauern kann. In diesem Fall sollten Sie sicherheitshalber Ihren behandelnden Arzt nochmals konsultieren.

Verödungsbehandlung (Sklerosierung)

Bei der Verödungsbehandlung werden kleinste, in Flüssigkeit gelöste Salzkristalle in die Fußpunkte, man könnte sagen in die »Basis« der Hämorrhoidalknoten eingespritzt. Die kleinen Kristalle wirken dort wie Fremdkörper und erzeugen im Gewebe eine Entzündung. Die Entzündung hinterläßt Narben, die die vergrößerten Hämorrhoidalknoten zusammenschrumpfen lassen und natürlich auch die oberflächlich gelegenen Gefäße indirekt veröden, so daß sie nicht mehr bluten.

Knoten, die sich beim Pressen während des Stuhlgangs oder beim schweren Heben aus ihrer Verankerung an der Wand des Analkanals lösten und am äußeren Afterrand sichtbar werden, können so wieder auf ihrer Unterlage Fuß fassen. Auf diese Weise werden die durch Entzündung, Vergrößerung und Verlagerung funktionstüchtigen Hämorrhoidalpolster wieder arbeitsfähig.

Das Verödungsmittel erreicht die Hämorrhoidalknoten mit Hilfe einer speziellen Nadel, die über das Proktoskop an sie herangeführt wird. Auch diese Behandlungsart ist wie schon die Infrarotkoagulation in der Regel schmerzfrei.

Normalerweise werden mehrmalige Verödungssitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen nötig sein, um den geschilderten Erfolg erwarten zu können. Die Verödung wird bei Hämorrhoiden I. und II. Grades, manchmal auch noch bei Hämorrhoiden III. Grades angewandt. Dadurch kann der Arzt verhindern, daß das Hämorrhoidalleiden in ein fortgeschritteneres Stadium übergeht. Die Sklerosierung ist ungefährlich. Sie kann ambulant in der proktologischen Praxis durchgeführt werden und beseitigt bei richtiger Anwendung die Härnorrhoidalbeschwerden problemlos. Während der Verödungsbehandlung bleiben Sie vollständig arbeitsfähig, Sie müssen sich auch keinerlei körperliche Schonung auferlegen.

Abbindung (Gummibandligatur)

Hämorrhoiden zweiten und dritten Grades können mit Hilfe der Gummibandligatur verkleinert und auf ihrer Unterfläche wieder verankert werden. Dazu stülpt der Arzt kleine Gummiringe mit einem Spezialinstrument durch das Proktoskop über einen Teil eines Hämorrhoidenknotens. Der Knoten wird so regelrecht abgebunden. Auf diese Weise wird die Blutzufuhr und damit die Sauerstoff Versorgung des ligierten, also abgebundenen Knotenanteils unterbrochen. Und Gewebe, das nicht mit Sauerstoff versorgt wird, stirbt ab und wird abgestoßen (sogenannte Gewebsnekrose). Es entsteht ein kleines Geschwür, das allmählich heilt und vernarbt. Der vergrößerte Hämorrhoidalknoten wird damit verkleinert und an der Wand des Analkanals verankert (refixiert). So wird seine Arbeitsweise wieder normalisiert, und gleichzeitig fällt er nicht mehr aus dem After nach außen vor. Die verbleibenden Hämorrhoidalpolster können ihre Aufgabe, den After gegen Gase und Feuchtigkeit abzudichten, in der Regel wieder ausreichend gut erfüllen.

Die Ligatur Behandlung ist ebenfalls schmerzfrei durchzuführen. Ein sehr geringer Teil der so behandelten Patienten verspürt etwa für einen Tag ein kleines Druckgefühl im Afterbereich. Eine sehr seltene Komplikation ist eine stärkere Blutung aus dem Randbereich der entstehenden Geschwüre. Die meisten dieser Blutungen - nämlich etwa 75 Prozent - treten ungefähr innerhalb der ersten acht Tage nach durchgeführter Behandlung auf. In einem solchen Fall müssen Sie sofort wieder den Sie behandelnden Arzt aufsuchen, damit dieser die Blutung zum Stillstand bringt. Auf die Möglichkeit einer solchen Blutung wird Ihr Arzt Sie anhand eines Merkblattes hinweisen.

In der Regel ist die Ligaturbehandlung jedoch ungefährlich und sehr erfolgreich. Sie kann, wie die zuvor genannten Verfahren auch, unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden. Sie bleiben nach der Behandlung voll arbeitsfähig, sollten aber in den ersten acht bis zehn Tagen nach der Ligatur extreme sportliche Aktivitäten und Saunabesuche meiden. Unter der starken Wärme der Sauna öffnen sich die Gefäße, es kommt leichter zu Blutungen. Die Stuhlentleerung ist nach dem Eingriff nicht behindert, besondere Verhaltensregeln außer den genannten sind nicht erforderlich.

Durch dieses Abbindverfahren werden vorfallende Hämorrhoiden II. Grades und kleinere Hämorrhoiden III. Grades ohne operativen Eingriff effektiv behandelt. Achtung: Die Ligatur Behandlung darf allerdings nicht durchgeführt werden, wenn Sie unter Blutgerinnungsstörungen leiden und gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, beispielsweise nach Herzinfarkt, bei anderen Herzleiden, nach Gefäßoperationen oder Lungenembolien.

Behandlung durch Kälte

Die Anwendung von Kälte gehört zu den altbewährten Naturheilverfahren, wurde aber lange Zeit vernachlässigt. Neuerdings wendet man die Kälte aber wieder vermehrt bei verschiedenen Krankheiten an. Auch bei Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Erkrankungen hat sie sich als gut wirksam erwiesen. Zum Teil genügen die einfachen Kaltwasseranwendungen, speziell für die Behandlung von Hämorrhoiden wurde inzwischen aber der Zeroid-Kältestab entwickelt. Der Fachmann kann Kälte auch noch zur „unblutigen“ Operation nutzen.

Eine intensivere Kälteeinwirkung als durch die Wasseranwendungen erreicht man mit einem Kältestab, der unter der Bezeichnung Zeroid rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Die Kälte regt die Durchblutung an, beseitigt Stauungen in den Hämorrhoidengeflechten und Schwellungen, hemmt Entzündungen, stillt Blutungen und lindert Brennen, Jucken und Schmerzen. Der Stab besteht aus Kunststoff und enthält ein Kühlmittel, das die Kälte aufnimmt, speichert und nach der Einführung des Stabs in den After wieder abgibt. Er wird im hygienischen Plastikbehälter stets im Kühlschrank aufbewahrt und nur zur Behandlung entnommen. Vor dem Einführen in den After bestreicht man ihn mit einem Gleitmittel, um Verletzungen zu vermeiden. Nach 2-5 Minuten wird er wieder aus dem After gezogen, gereinigt und in den Behälter im Kühlschrank zurückgelegt. Im allgemeinen muß die Behandlung nur 2mal am Tag durchgeführt werden, bis alle Beschwerden vollständig beseitigt sind. Zur völligen Heilung ist aber auch bei dieser Form der Kältetherapie die Grundbehandlung durch Ballaststoffe und Bewegung unentbehrlich.

Der Kältestab kann immer wieder verwendet werden. Nebenwirkungen sind von der Behandlung nicht zu erwarten und auch keine Gegenanzeigen bekannt, ausgenommen die Entzündung der männlichen Vorsteherdrüse, bei der Kälte grundsätzlich nicht verwendet werden darf.

Die Kälte wird heute immer häufiger bei Operationen als Ersatz für das Skalpell genutzt. Dazu verwendet man eine Kältesonde (Kryokauter), die mit einem Kolben unter Druck eine Mischung aus Kohlensäureschnee und Aceton abgibt. Dadurch erzeugt man verschiedene Wirkungen im Gewebe, von denen bei Hämorrhoiden die folgenden beiden wichtig sind:

• Zerstörung des kranken Gewebes durch Kälteverbrennung, wobei die Hämorrhoiden ähnlich zuverlässig wie mit dem Skalpell beseitigt werden;

• Vermeidung stärkerer Blutungen, weil die Kälte die Blutgefäße sofort verschließt.

Die Kältetherapie nach dieser Methode kommt nicht bei allen Patienten in Frage, das hängt von den individuellen Befunden ab. Immer häufiger macht sie heute aber bereits die übliche Operation überflüssig. Da sie schonender als der chirurgische Eingriff arbeitet, kommt die Kälteverbrennung vor allem bei den Patienten in Frage, die auf andere Weise nicht mehr erfolgreich behandelt werden können, der übliche operative Eingriff aber mit einem hohen Risiko verbunden wäre.

Biofeedback-Gerät

Ein weiteres Verfahren, den Schließmuskel bzw. die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren, ist die Anwendung von Geräten, die aktiv bzw. passiv die Muskulatur beeinflussen. Sie können in der Regel vor allem in Fällen von Inkontinenz (sei es bei unfreiwilligem Harn- oder Stuhlabgang) verschrieben werden.

Das Biofeedback-Gerät misst mit Hilfe einer Sonde bzw. eines Sensors, der an einen Computer angeschlossen ist, die Muskelkraft des Beckenbodens. Signale aus dem Körperinnern werden dabei sieht- oder hörbar. „Biofeedback“ heißt soviel wie „Rückmeldung aus dem Körper“. Sie lernen, Ihren Schließmuskel und Ihren Beckenboden willentlich zu beeinflussen und zu kontrollieren. Und das funktioniert so: Sie führen eine kleine Sonde in den Enddarm ein. Sie mißt elektronisch die Muskelkraft des Beckenbodens und gibt diesen Wert an den kleinen Messcomputer weiter. Die mittlerweile sehr handlichen Geräte zeigen optisch durch farbige Leuchtdioden und akustisch durch verschiedene Tonsignale an, ob Sie beim Üben die richtigen Muskeln anspannen und wie stark die Anspannung dabei ist. Eine kleine Oberflächensonde auf dem Bauch angebracht, meldet außerdem, wenn Sie versehentlich die Bauchmuskeln statt die Beckenbodenmuskulatur bzw. Schließmuskeln anspannen. Unbewusste Muskelverspannungen lassen sich mit diesem Gerät ebenfalls sichtbar machen und bewußt ausschalten. Ein erfolgreiches Biofeedback-Training erfordert mehrere Sitzungen beim Arzt oder in der Klinik und kontinuierliches Üben zu Hause.

Das Biofeedback-Training ist eine der erfolgreichsten Behandlungsmethoden bei unwillkürlichem Abgang von Stuhl und auch von Harn.

Elektrostimulationsgerät

Eine passive Methode, den Schließmuskel zu trainieren, ist die elektrische Stimulation. Dazu wird ebenfalls eine Sonde in den After eingeführt. Die Sonden senden elektrische Reize aus, die ein Kribbeln oder ein Zusammenziehen der Muskeln hervorrufen und dadurch ein unbewusstes, passives Training anregen. Auch hierfür gibt es kleinere Geräte für den Hausgebrauch, die der Arzt verschreiben kann. Sie können ebenfalls (wie beim Biofeedbackgerät) leihweise zur Verfügung gestellt werden.

Chirurgische Behandlung

In fortgeschrittenen Fällen, wenn keine anderen Behandlungsmaßnahmen mehr richtig helfen können, muss bei Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Erkrankungen eine Operation durchgeführt werden. Man sollte sie nicht unnötig verzögern, aber auch nicht voreilig beschließen, denn der Eingriff ist nicht ganz frei von Risiken. Grundsätzlich bedeutet jede Operation, und sei sie noch so geringfügig, immer ein gewisses Risiko. Deshalb sollte sie nur dann durchgeführt werden, wenn tatsächlich alle anderen Heilmethoden ohne dauernden Erfolg ausgeschöpft wurden. Nach Afteroperationen treten nicht selten erhebliche Schmerzen auf. Zwar lassen sie sich durch Arzneimittel lindern, aber diese starken Schmerzmittel bilden wegen ihrer relativ häufigen Nebenwirkungen ein zusätzliches Risiko. Hinzu kommen als spezielle Komplikationen der Afteroperationen, dass die Wunden schlecht verheilen und störende Narben hinterlassen können. Zum Teil treten sogar Störungen der Schließmuskulatur mit vorübergehender oder dauernder Unfähigkeit zur willkürlichen Stuhl- und Windverhaltung, Verengungen, Risse und Fisteln am After auf, die eine weitere Operation erfordern oder bleibende Beschwerden verursachen können. Zwar versucht man heute, diesen Komplikationen durch verbesserte Operationstechniken vorzubeugen, völlige Sicherheit bietet das aber auch nicht.

Schließlich darf man nicht übersehen, dass auch die gelungene Operation nicht die Krankheitsursachen, sondern nur die Symptomatik beseitigen kann. Wenn die Durchblutungsstörungen, chronische Darmträgheit und andere Risikofaktoren fortbestehen, kommt es oft schon nach kurzer Zeit zu Rückfällen an anderer Stelle. Deshalb darf man bleibenden Erfolg nur dann von der Operation erwarten, wenn anschließend über längere Zeit eine Nachsorgebehandlung in der weiter vorne beschriebenen Weise erfolgt. Unter dieser Voraussetzung kann die Operation befürwortet werden, wenn alle anderen Heilmethoden versagen.

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