Die Ursachen der Hämorrhoiden

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Krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden gelten als typisches Zivilisationsleiden, denn vieles, was das moderne Leben kennzeichnet, trägt u.a. zu ihrer Entstehung bei, wie z.B. ballaststoffarme Ernährung, Stress, Hektik und vieles mehr.

Chronische Verstopfung und Abführmittelmissbrauch

Wenn der Stuhl durch den Enddarmkanal zum After gepresst wird, muss er oberhalb der gezähnten Grenzlinie eine natürliche Verengung passieren. Sie wird von den Hämorrhoiden Geflechten gebildet und ist je nach deren Blutfüllung unterschiedlich stark ausgeprägt.

 Normalerweise gleitet der Stuhl problemlos durch diese Engstelle, denn er ist weich genug, um sich anzupassen. Bei chronischer Stuhlverstopfung, die meist mit Ballaststoffmangel als Grundursache in Zusammenhang steht, wird der Stuhl aber zu lange im Darm zurückbehalten; dabei verliert er viel Flüssigkeit und verhärtet. Deshalb kann er sich den Hämorrhoiden Geflechten nicht mehr so gut anpassen, sondern zwängt sich wie ein Keil dazwischen und schiebt sie nach unten Richtung Darmausgang. Verschlimmert wird alles noch durch den hohen Pressdruck, der erforderlich ist, um den Stuhl wenigstens ab und zu in kleinen Portionen zu entleeren. Er führt zu Blutstauungen in den Hämorrhoiden Geflechten, die sich noch stärker erweitern und dem harten Stuhl verstärkten Widerstand entgegensetzen. Gelegentliche Verstopfung, wie sie die meisten Menschen auf Reisen, bei krankheitsbedingter längerer Bettruhe und aus ähnlichen Ursachen erleben, führt im allgemeinen nicht zu bleibenden Schäden; zwar werden die Hämorrhoiden Geflechte dabei auch nach vorne gedrückt, gleiten aber wieder in ihre normale Lage zurück. Besteht die Darmträgheit häufiger oder dauernd, entwickeln sich im Lauf der Zeit meist Hämorrhoiden, insbesondere dann, wenn noch Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel und andere Risikofaktoren hinzukommen.

Bereits bestehende Hämorrhoiden verschlimmern oft die chronische Verstopfung. Weil jede Stuhlentleerung mit Schmerzen verbunden ist, neigen viele Patienten dazu, den Stuhlgang längere Zeit zu unterdrücken. Dadurch geht bald der natürliche Entleerungsreflex verloren, die Verstopfung wird zum Dauerzustand, der gleichzeitig die Hämorrhoiden weiter verschlimmert - ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen allein kaum noch herausfinden.

Abführmittel scheinen sich als bequemer Ausweg anzubieten; denn sie verhindern die Verstopfung und führen zu weichen bis flüssigen Stühlen. Tatsächlich reizen viele dieser Mittel aber den Enddarm und After bei längerem Gebrauch erheblich und verschlimmern das Krankheitsbild oder führen gar zu Komplikationen (von ihren anderen Nebenwirkungen ganz abgesehen). Irgendwann wirken sie überhaupt nicht mehr, eine Abführmittelverstopfung ist entstanden, die nur vom Therapeuten beseitigt werden kann. Deshalb muss dringend davon abgeraten werden, zur Vorbeugung oder Therapie von Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Leiden häufiger Abführmittel einzunehmen.

Es gibt fast immer nur einen Weg, um die chronische Darmträgheit als eine der häufigsten und wichtigsten Ursachen der Hämorrhoiden zu vermeiden oder ohne Risiko wieder zu beseitigen - die ballaststoffreiche Ernährung, auf die wir später noch ausführlicher zu sprechen kommen. Sie sorgt für ausreichendes Stuhlvolumen, das den Darm auf natürliche Weise zur regelmäßigen Entleerung anregt und den Stuhl so weich halt, dass er den Engpass der Hämorrhoiden Geflechte problemlos passiert und auch keinen zu hohen Pressdruck mit Blutstauungen erfordert.

Fehler der Ernährung

Die Ernährung nimmt hauptsächlich über den Stuhlgang Einfluss auf die Hämorrhoiden. Die heute übliche Zivilisationskost enthält zu viele „verfeinerte“, industriell bearbeitete und dabei denaturierte Nahrungsmittel. Sie führen dem Körper zwar oft zu viele Kalorien zu, sind aber arm an lebenswichtigen Vital- und Ballaststoffen. Das fördert Übergewicht und chronische Stuhlverstopfung, die beide an der Entwicklung der Hämorrhoiden beteiligt sein können.

Abgesehen davon kann die falsche Ernährung auch noch die Bindegewebsschwäche verschlimmern, weil sie zu wenig Kieselsäure enthält. Dieser lebenswichtige Vitalstoff ist das wirksamste Naturheilmittel zur Besserung der anlagebedingten Funktionsschwäche des Bindegewebes, die als eine der verbreitetsten Grundursachen der Hämorrhoiden gilt. Daraus sind diese praktischen Konsequenzen für die Ernährung zu ziehen, und zwar:

 • Die Ernährung muss mindestens 30 %, besser bis 50 % aller pflanzlichen Lebensmittel in Form von frischem Obst, Salaten, rohem Gemüse, Müsli und Frischkornbrei zuführen, damit der Darm ausreichend mit Ballaststoffen versorgt wird.

 • Ferner sollten alle denaturierten Nahrungsmittel weitgehend gemieden werden, insbesondere Back- und Teigwaren aus weißem Mehl, Süßigkeiten und Zucker, die den Organismus auf vielfältige Weise schädigen; an ihrer Stelle bevorzugt man Vollkorn- und Knäckebrot, Vollkornteigwaren, Vollreis, Haferflocken mit Keim und mäßig Honig zum Süßen; dadurch lässt sich meist auch Übergewicht vermeiden.

 • Bei Bedarf ergänzt man die Ernährung durch Diätmittel mit Ballaststoffen, also Leinsamen und Weizenkleie; sie gewährleisten eine regelmäßige Entleerung ausreichender, weicher Stuhlmengen, die auch bei bestehenden Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Leiden keine Schmerzen verursacht; besonders der Leinsamen bewährt sich sehr gut, weil er neben Ballaststoffen auch noch Schleimstoffe enthält, die Reizungen und Schmerzen lindern.

 • Wenn die vollwertige Kost bei stärker ausgeprägter Bindegewebsschwäche nicht ausreichend Kieselsäure zuführen kann, ergänzt man sie durch die Heiltees aus kieselsäurereichen Pflanzen oder durch geeignete Arzneimittel.

 • Abgesehen vom Ballaststoff- und Kieselsäuregehalt der Nahrung muss auch noch ihr Kaloriengehalt beachtet werden, um Übergewicht zu vermeiden oder wieder abzubauen; auch darüber wurde bereits ausführlich bei den Krampfadern berichtet.

Die konsequente Umstellung der üblichen falschen Ernährung auf Vollwertkost kann also auf verschiedene Weise zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung von Hämorrhoiden beitragen. Anfangs fällt es den meisten Menschen schwer, ihre eingefahrenen falschen Ernährungsgewohnheiten aufzugeben. Aber wenn man bedenkt, wie schmerzhaft Hämorrhoiden verlaufen und welche Komplikationen drohen, sollte das nicht von einer Ernährungsreform abhalten, die gleichzeitig auch noch vor vielen anderen Zivilisationskrankheiten schützen kann.

Bewegungsmangel

Neben der falschen Ernährung gehört der verbreitete Bewegungsmangel heute zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit. Zunächst führt die Bewegungsarmut zur schlechteren Durchblutung im ganzen Körper, die viele Krankheiten begünstigt. In den Hämorrhoiden Geflechten des Enddarms treten deshalb Blutstauungen auf und erweitern sie übermäßig. Dadurch wird der Afterkanal stärker verengt, und der Stuhl kann die Schwellungen nach unten drücken.

Hinzu kommt, dass Bewegungsmangel die chronische Darmträgheit begünstigt. Die Darmfunktionen hängen mit von ausreichender Muskelaktivität und Spannkraft der Bauchdecken ab. Der zurückgehaltene Stuhl verschlechtert die ohnehin schon ungünstigen Durchblutungsverhältnisse im Bauchraum, so dass es zu Stauungen in den Venen mit Erweiterung der Hämorrhoiden Geflechte des Enddarms kommt. Außerdem wird der Stuhl zu hart und kann sich der natürlichen Verengung am Übergang vom Enddarm zum After nicht mehr genügend anpassen, sondern presst sie nach unten. Wenn dann auch noch dauernder Ballaststoffmangel besteht, entwickeln sich oft schon nach kurzer Zeit die ersten Hämorrhoiden Knoten. Schließlich begünstigt Bewegungsmangel auch noch das Übergewicht, weil zu wenig Kalorien verbraucht werden und der Stoffwechsel sich verlangsamt. Zusammen mit der üblichen, zu kalorienreichen Zivilisationskost erzeugt Bewegungsmangel oft erhebliches Übergewicht. Da sich das Speicherfett bevorzugt im Bauchraum ablagert, wird die Durchblutung gestört, und die Blutstauungen in den Venen erweitern die Hämorrhoiden Geflechte zusätzlich.

An diesen Zusammenhängen wird deutlich, dass erfolgversprechende Vorbeugung und Therapie von Hämorrhoiden stets ausreichend und regelmäßig ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität erfordert. Dazu gehören nicht nur die üblichen gymnastischen Übungen, Sport und Bewegung an der frischen Luft, sondern auch die spezielle „Aftergymnastik“ (siehe Vorbeugung der Hämorrhoiden Beckenboden- und Schliessmuskeltraining)  zur Beseitigung der Blutstauungen in den Hämorrhoiden Geflechten. 

Bindegewebsschwäche und andere ungünstige Erbanlagen Die Funktionsschwäche des Bindegewebes entsteht meist durch ungünstige Veranlagung, kann sich aber auch erst im Lauf des Lebens zum Beispiel bei Kieselsäuremangel einstellen. Allerdings darf man diese Grundursache der Hämorrhoiden keinesfalls überbewerten; viele Menschen leiden unter Bindegewebsschwäche, aber längst nicht an Hämorrhoiden, und umgekehrt entwickeln sich Hämorrhoiden auch bei Menschen, bei denen keine Anzeichen für eine Funktionsschwäche des Bindegewebes nachweisbar sind.

Aus praktischer Erfahrung kann man grundsätzlich feststellen, dass Bindegewebsschwäche zwar die Anfälligkeit für Hämorrhoiden erhöht, aber nicht allein dazu führt. Erst wenn weitere Krankheitsfaktoren hinzukommen, treten tatsächlich Hämorrhoiden auf. Das lässt sich weitgehend vermeiden, indem alle unnötigen Risiken - insbesondere die Stuhlverstopfung - ausgeschaltet werden. Wenn man dann noch durch Einnahme von Kieselsäure die Funktionen des Bindegewebes soweit wie möglich verbessert, bestehen gute Aussichten, trotz der ungünstigen Anlage nie an Hämorrhoiden zu erkranken. Sinngemäß gilt das auch für andere ungünstige Erbanlagen, die familiär gehäuft zu Hämorrhoiden (und oft gleichzeitig zu Krampfadern) führen. Vererbt wird nicht die Krankheit selbst, sondern nur eine erhöhte Krankheitsbereitschaft, die sich normalerweise nur dann auswirkt, wenn weitere Risikofaktoren bestehen.

Schwangerschaften

Die Hämorrhoiden treten häufig erstmals während oder bald nach einer Schwangerschaft auf. Das erklärt sich aus den bei Frauen wegen der Gebärmutter von vornherein ungünstigeren Durchblutungsverhältnissen im Bauch- und Beckenraum. Beim Wachstum des Kindes im Mutterleib wird die Durchblutung wegen der Ausdehnung der Gebärmutter noch stärker behindert. Dadurch kommt es zu venösen Blutstauungen, die sich bis in die Hämorrhoiden Geflechte des Enddarms auswirken. Die dauernden Stauungen führen zur Erweiterung der Gefäßgeflechte und schließlich der Hämorrhoiden. In der Regel setzt das aber voraus, dass vorher bereits eine erhöhte Krankheitsbereitschaft vorlag, insbesondere Bindegewebsschwäche und die bei Frauen ohnehin häufigere chronische Darmträgheit.

Hämorrhoiden als unerwünschte Folgen einer Schwangerschaft lassen sich durch Vorbeugung meist vermeiden. Durch Schwangerschafts- und Wochenbettgymnastik, ergänzt durch ballaststoffreiche Ernährung zur Vermeidung der Darmträgheit und Abbau von Übergewicht möglichst schon vor einer geplanten Schwangerschaft erzielt man gleichzeitig Vorbeugung von Hämorrhoiden und Krampfadern. Außerdem lassen sich auf diese Weise meist auch Schwangerschaftsstreifen vermeiden, die ebenfalls mit Bindegewebsschwäche und Störungen der Durchblutung im Bauchraum in Zusammenhang stehen.

Gegen den Gebrauch von Arzneimitteln mit Kieselsäure während der Schwangerschaft bestehen grundsätzlich keine Einwände, weil davon keine unerwünschten Folgen für das ungeborene Kind bekannt sind; vorsorglich bespricht man diese Behandlung aber mit dem betreuenden Arzt. Eine gewisse Bedeutung kommt bei der Entwicklung von Hämorrhoiden während der Schwangerschaft auch noch den damit verbundenen hormonellen Veränderungen zu.

Hormonelle Störungen

Verschiedene Hormone nehmen einen mehr oder minder starken Einfluss auf die Durchblutungsverhältnisse. Deshalb lassen sich Störungen der Hormondrüsenfunktionen als Mitverursacher von Hämorrhoiden nicht ausschließen. Sie spielen aber eine noch geringere Rolle als bei den Krampfadern und sind bisher auch noch nicht ausreichend erforscht. Vermutlich kommt insbesondere den Geschlechtshormonen bei der Entwicklung von Hämorrhoiden eine gewisse Bedeutung zu. Das gilt vor allem für die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren; aber auch die hormonellen Empfängnisverhütungsmittel (Anti-Baby-Pille) können das Hämorrhoidenrisiko bei Frauen im Einzelfall erhöhen.

Man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass solche hormonellen Störungen praktisch nie allein zu Hämorrhoiden führen. Erst wenn andere, wesentlich wichtigere Krankheitsfaktoren bestehen, wirkt auch eine hormonelle Veränderung bei der Entstehung von Hämorrhoiden mit. Ob es sinnvoll ist, bei bekannter Veranlagung zu Hämorrhoiden auf die „Pille“ zu verzichten, lässt sich nur im Einzelfall vom Fachmann beurteilen. Im Allgemeinen darf man davon aber keinen nennenswerten vorbeugenden Effekt erwarten. Da bei Hämorrhoiden gefährdeten aber gleichzeitig meist ein erhöhtes Krampfaderrisiko besteht, das durch die „Pille“ verstärkt werden kann, ist es unter diesem Aspekt vielleicht doch angebracht, auf dieses Arzneimittel zu verzichten.

Andere Ursachen

Im Einzelfall können Hämorrhoiden noch durch eine Reihe anderer Ursachen begünstigt oder verursacht werden, die eine gezielte Behandlung erforderlich machen. Dazu gehören heute nicht selten Erkrankungen der Leber, die häufig mit falscher Ernährung, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch in Beziehung stehen, also »hausgemacht« sind. Die Leberleiden behindern den Blutfluss über die Venen. Dadurch kann es zu Stauungen in den Hämorrhoiden Geflechten des Enddarms kommen, die bei chronischem Verlauf der Leberkrankheit schließlich zur Erweiterung der Gefäßgeflechte führen.

Der psychische Stress - heute gern und manchmal auch zu voreilig für die Entstehung der verschiedensten Erkrankungen verantwortlich gemacht - kann als Auslöser für die Entwicklung eines Hämorrhoidalleidens allerdings ebenfalls nicht ganz außer Acht gelassen werden. Es konnte tatsächlich nachgewiesen werden, dass es unter Stresssituationen zu einem Druckanstieg im Anal- und Mastdarmbereich kommt und damit der gleiche Mechanismus wie schon bei der Druckerhöhung unter ballaststoffarmer Ernährung in Gang gesetzt wird.

Nicht vergessen darf man schließlich das lange, häufig berufsbedingte Stehen und Sitzen, das in der Freizeit durch ausreichend Bewegung ausgeglichen werden muss.

Wenn Sie unter Hämorrhoiden leiden, empfehlen wir Ihnen ein wunderbares homöopathisches Mittel Venapro.