Vorbeugung der Hämorrhoiden

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Bei rechtzeitiger Vorsorge lassen sich viele Enddarm-After-Krankheiten von vornherein verhindern, weil sie hauptsächlich mit vermeidbaren Fehlern der Ernährung und Lebensweise in Beziehung stehen. Die eigentliche Vorbeugemaßnahme, die auf lange Sicht Erfolg verspricht, ist die Beseitigung der zugrundeliegenden Ursachen.

Regelmäßige Stuhlentleerung

Chronische Darmträgheit muss zwar nicht unbedingt zu Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Erkrankungen führen, aber viele der Betroffenen geben an, dass sie vorher Jahre-bis jahrzehntelang häufig unter Verstopfung litten. Dieser Zusammenhang lässt sich so häufig feststellen, dass man die regelmäßige Darmentleerung als die wichtigste Voraussetzung der Vorbeugung bezeichnen muss - insbesondere natürlich dann, wenn noch Bindegewebsschwäche und andere, nicht so einfach wie die Verstopfung zu beseitigende Krankheitsrisiken bestehen.

Davon abgesehen schützt regelmäßiger Stuhlgang die Gesundheit allgemein. Wenn Hämorrhoiden und andere Darmleiden bestehen, spielt die Regulierung des Stuhlgangs als Grundbehandlung meistens sehr wichtige Rolle. Anhaltende Verstopfung verschlimmert solche Erkrankungen und begünstigt Komplikationen. Gerade bei solchen Krankheiten fällt es den Patienten jedoch besonders schwer, den Darm regelmäßig zu entleeren, weil dabei häufig Schmerzen auftreten. Deshalb halten sie den Stuhl oft lange willkürlich zurück, er dickt sich ein und verursacht bei der Entleerung noch mehr Schmerzen; außerdem geht dadurch bald der natürliche Entleerungsreflex verloren. Wenn Sie jedoch einen Stuhldrang verspüren, sollten Sie sofort zur Toilette gehen und auf keinen Fall den Drang unterdrücken. Dies könnte nämlich auf Dauer zur Entwicklung einer Stuhlverstopfung führen. Vermeiden Sie allzu lange »Sitzungen« auf der Toilette. Das fördert ein unnützes Pressen und lenkt von der Konzentration auf den eigentlichen kurzen und problemlosen Vorgang der Stuhlentleerung ab. Sitzen Sie leicht vornübergebeugt, die Füße eventuell leicht erhöht (falls Sie keinen Fußschemel zu Hause haben, tut es eine kleine Kiste auch). Vermeiden Sie starkes Pressen, vor allem das noch schädlichere Nachpressen. Falls bei Ihnen öfters der Stuhldrang nicht aufhören will, obwohl Sie die Stuhlentleerung schon beendet haben, liegen vermutlich vergrößerte Hämorrhoiden vor, die diesen »blinden Drang« verursachen. Falls Sie diesen verspüren, sollten Sie aufstehen und einige Male den Schließmuskel kräftig betätigen, sozusagen den After nach innen hochziehen. Diese Schließmuskelkneifübungen sind sehr entspannend und lösen das Gefühl des Stuhldranges auf.

Abgesehen von den seltenen Fällen, in denen die Darmträgheit durch eine Behandlung bedürftige Erkrankung verursacht wird, fällt es im Grunde leicht, sie dauerhaft zu beseitigen. Wenn man täglich 30-50 g Ballaststoffe mit pflanzlicher Rohkost aufnimmt und »verfeinerte« leere Kalorienträger (vor allem Weißmehlprodukte) vermeidet, lässt sich auch chronische Verstopfung in der Regel innerhalb einiger Wochen vollständig auf natürliche Weise beseitigen. Diese Ernährungsumstellung lässt sich allerdings nicht immer konsequent verwirklichen, denn viele Menschen essen mittags außer Haus und haben dann keine Möglichkeit, die Ballaststoffzufuhr zu kontrollieren. Dann kann es sinnvoll sein, die Kost durch Weizenkleie und Leinsamen anzureichern, damit die Ballaststoffzufuhr sichergestellt wird (dazu muss aber pro Portion mindestens 1/4 Flüssigkeit getrunken werden, sonst können die Ballaststoffe sich im Darm verklumpen).

Neben den Ballaststoffen trägt ausreichend körperliche Bewegung mit zur regelmäßigen Stuhlentleerung bei und bringt außerdem die Durchblutung der Hämorrhoiden Geflechte und Venen wieder »auf Trab«. Gymnastik mit besonderer Beanspruchung der Bauchmuskulatur 2mal täglich je 5-10 Minuten lang und mindestens 3mal wöchentlich je 15-30 Minuten Sport an der frischen Luft bilden das Mindestmaß an körperlicher Anstrengung, die unter anderem für die regelmäßige Darmentleerung erforderlich ist.

Schließlich empfiehlt es sich auch noch, den Darm regelrecht zur täglichen Stuhlentleerung zu »erziehen«. Dazu sucht man jeden Tag zur gleichen Zeit ohne Zeitdruck die Toilette auf, auch wenn anfangs kein Stuhldrang spürbar ist. Nach einigen Tagen bis Wochen gewöhnt sich der Darm an diesen Rhythmus und entleert sich problemlos. Bei länger bestehender Darmträgheit sollte die regelmäßige natürliche Darmentleerung nach fachmännischer Anweisung erlernt werden. Unter Umständen hat die chronische Verstopfung nämlich bereits zu Darmschäden geführt, die zusätzliche Behandlung erfordern.

Die richtige Ernährung

Ballaststoffarme Ernährung führt zu kleinen Stuhlmengen, kleine Stuhlmengen führen zur Verkrampfung der Aftermuskulatur, was das notwendige »Leerlaufen« der Hämorrhoidalknoten und ihre Verkleinerung bei der Stuhlentleerung verhindert. Gleichzeitig sind die kleinen Stuhlportionen schwierig zu entleeren und erfordern heftiges Pressen, was die Hämorrhoidalknoten schrittweise aus ihrer natürlichen Verankerung löst und sie nach und nach unter den erschwerten »Stuhlgangentleerungen« aus dem After hervortreten lässt. Das Zauberwort heißt demnach also: ballaststoffreiche Ernährung. Sie bewirkt eine Vergrößerung der Stuhlmenge und arbeitet der oben geschilderten Fehlsteuerung entgegen. Erste Maßnahme zur Behandlung des Hämorrhoidalleidens ist deshalb eine Kostumstellung. Ein weiterer positiver Effekt des bakteriellen Abbaus der löslichen Ballaststoffe ist die Vermehrung der Bakterien selbst. Je mehr Nahrung in Form von löslichen Ballaststoffen sie erhalten, desto größer wird die Bakterienanzahl, was tatsächlich zu einer Erhöhung der Stuhlmenge führt. Beide Ballaststoffgruppen können also für eine gesunde Verdauung ihren Beitrag leisten, wobei vor allem die Getreideballaststoffe die größte Wirkung auf das Stuhlgewicht ausüben.

Vergessen Sie nicht immer an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu denken! Mindestens 1.5 bis zwei Liter Wasser, Tee oder sonstige kalorienarme Getränke täglich braucht Ihr Körper. Ballaststoffe sind stark wasserbindungsfähig. Erst durch die Aufnahme von Flüssigkeit können sie quellen und eine entsprechende Darmfüllung bewirken. Nur so können sie Darmträgheit und Verstopfung verhindern.

Die Lebensmittel sollten Sie soweit wie möglich in ihrem natürlichen Zustand belassen. Bevorzugen Sie also Rohkost und Salate. Vermeiden Sie das Abkochen von Obst. Gemüse sollten Sie möglichst bissfest garen. Unter den Obstarten weisen Äpfel, Birnen und Beeren, unter den Gemüsen Hülsenfrüchte und Kohlarten die höchsten Ballaststoffanteile auf. Deshalb sollten Sie genau diese Nahrungsmittel zu den Favoriten auf Ihrem Speisezettel erklären.

Einige unlösliche Ballaststoffe werden teilverdaut - es entstehen dabei Gase, die die Druckerhöhung im Becken-Bauch-Raum verschlimmern können. Die Menge der entstandenen Darmgase hängt sowohl vom jeweiligen Lebensmittel als auch von der zugeführten Menge ab. Stellen Sie deshalb Ihre Kost auf Ballaststoffe langsam um. Beginnen Sie z.B. mit einem allmorgendlichen Müsli. Oder tauschen Sie allmählich alle Weißmehlprodukte gegen Vollkornprodukte aus. Natürlich können Sie auch von jenen Ballaststoffen weniger essen, die besonders blähend wirken.

Ballaststoffreiche Lebensmittel, die blähend wirken:

 • Hülsenfrüchte
 • Gurkensalat
 • Verschiedene Kohlsorten (Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Wirsing, Sauerkraut, Rosenkohl)
 • Paprikagemüse
 • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch (Porree)
 • Rohe Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen
 • Rettich
 • Nüsse
 • Grob geschrotetes Vollkornbrot.

Die folgende Tabelle gibt den Ballaststoffgehalt wichtiger pflanzlicher Lebensmittel für die tägliche Ernährung an. Zu achten ist auch noch auf die knappe Kalorienzufuhr, die den tatsächlichen Bedarf nicht überschreiten darf. Andernfalls kommt es zu Übergewicht. Im Durchschnitt genügen täglich 2100-2800 Kalorien, das hängt von Körpergröße, körperlicher Beanspruchung und Alter ab.

Gesamtballaststoffe in g pro 100 g Lebensmittel

in Getreideprodukten

in Gemüse und Kartoffeln

Buchweizen

3,7

Blumenkohl

2,9

Haferflocken

9,5

Broccoli

3,0

Hirse, geschält

3,9

Chicoree

1,3

Knäckebrot

13,0 - 24,0

Chinakohl

1,7

Mehrkornbrot

8,0

Fenchel

3,3

Roggenknäckebrot

11,7

Gurken

0,9

Roggenmehlbrot

4,3 - 6,8

Karrotten

2,9

Roggenmischbrot

4,0 - 5,8

Kartoffeln

1,9

- mit Schrotanteilen

4,9 - 6,0

Kohlrabi

1,5

Roggenvollkornbrot

6,4 - 9,0

Kopfsalat

1,6

Toastbrot

3,8

Mais

4,7

Vollreis

5,5

Paprika

2,0

Vollkornbrot 

8,5

Porree

2,2

Vollkornnudeln, gekocht

4,4

Rettich

1,2

Weizenbrötchen

3,4

Rosenkohl

4,4

Weizenbrot

3,2

Rote Bete

2,5

Weizenkleie

40,0 - 50,0

Rotkohl

2,5

Weizenmischbrot

3,4 - 4,9

Sauerkraut

2,2

Weizenschrotbrot

6,3 - 7,1

Spinat

1,8

in Obst

Tomaten

1,3

Ananas

1,4

Weißkohl

3,0

Äpfel

1,5 - 2,3

Zucchini        

3,0

Banane

1,3 - 2,0

Zwiebeln

1,4

Birnen

2,8

in verzehrfertigen Hülsenfrüchten

Erdbeeren

2,0

Gelbe Erbsen

4,9

Heidelbeeren  

5,0

Grüne Erbsen

5,0

Himbeeren

4,7

Kidneybohnen

8,3

Johannisbeeren, schwarz

3,6 - 4,8

Linsen

2,8

Johannisbeeren, rot

3,6 - 3,9

Grüne Bohnen

3, 2

Orangen

2,2

Weiße Bohnen

7,5

Pfirsich

1,7

in Nüssen

Pflaumen

2,5

Mandeln

14,3

Rosinen

6,8

Erdnüsse

8,1

Süßkirschen

1,9

Walnüsse

5,2

Bewegung ist notwendig

Der heutzutage weit verbreitete körperliche Bewegungsmangel ist zwar nicht die direkte Ursache des Hämorrhoidalleidens, doch Sport bzw. eine vermehrte körperliche Bewegung ist für eine geregelte Darmtätigkeit unerlässlich. So gesehen wirkt sich die Bewegung letztlich wieder positiv auf die Vorbeugung eines Hämorrhoidalleidens und auf seine Besserung aus. Zwar können die Hämorrhoiden dadurch nicht direkt behandelt werden, aber die Anregung der Durchblutung und der regelmäßigen Darmentleerung trägt mit zur Besserung bei. Eine vermehrte körperliche Bewegung ist natürlich ebenso bei anderen Beschwerden des Afterbereichs günstig.

Als Mindestmaß gelten wieder täglich 2mal je 5-10 Minuten Gymnastik und wöchentlich 3mal je 15-30 Minuten Sport. Dabei kommt es entscheidend auf das regelmäßige Training an. Wer nur gelegentlich einmal übt und dann vielleicht auf einmal alles Versäumte nachholen will, handelt sich höchstens einen kräftigen Muskelkater ein, bessert die Durchblutung aber nicht dauerhaft.

Welche Sportart man wählt, hängt weitgehend von den persönlichen Vorlieben ab. Besonders Schwimmen und Wandern eignen sich gut. Radfahren ist wegen des langen Sitzens auf dem Sattel dagegen nur bedingt. Gehen Sie regelmäßig spazieren - und legen Sie Phasen schnelleren Gehens ein. Benutzen Sie, wann immer möglich, Treppen statt Lift oder Rolltreppen. Sportarten, die den Beckenboden belasten, wie z.B. Joggen oder alle hüpfenden Bewegungsarten, sind dagegen für Sie weniger geeignet, wenn Sie Probleme mit Ihren Hämorrhoiden haben.

Spezielle Gymnastikübungen, die die Bauchmuskulatur trainieren, sind zu Hause gut nachzumachen und wirken sich ebenfalls günstig auf die Verdauung aus. 

Auch eine Bauchmassage, die Sie selbst am frühen Morgen ausüben können, wirkt verdauungsfordernd. Kneten Sie Ihren Unterbauch im Uhrzeigersinn (von vorne aus betrachtet), d.h. auf Ihrer linken Bauchseite geht es abwärts, auf der rechten wieder aufwärts.

Da es bei der Bewegungstherapie zum stärkeren Schwitzen in der After-Genital-Region kommt, das die Beschwerden verschlimmern kann, empfiehlt sich besonders sorgfältige After-Toilette. Vor Beginn des Trainings pudert man After, Damm und Leistenbeugen sorgfältig ein, um Reizungen der Haut zu vermeiden, nach dem Training reinigt man diese Körperregionen gründlich und trägt nochmals Puder auf.

Beckenboden- und Schließmuskeltraining

Das allgemeine Bewegungsprogramm kann Hämorrhoiden nicht unmittelbar beeinflussen. Deshalb ergänzt man es durch spezielle Afterübungen. Sie eignen sich auch zur Vorbeugung von Hämorrhoiden, weil sie die Blutstauungen in den Gefäßgeflechten beseitigen; bei Störungen der Afterschließmuskulatur erzielt man dadurch eine Kräftigung der Ringmuskeln mit Normalisierung der Funktionen.

Das einfache Aftertraining kann man überall unauffällig durchführen. Dazu zieht man die Gesäßmuskeln 2-3 Sekunden lang so fest wie möglich zusammen, lässt sie dann für 3-5 Sekunden erschlaffen und wiederholt diese Übung 15- bis 20mal hintereinander. Zur Vorbeugung trainiert man 2- bis 3mal täglich, zur Behandlung 4- bis 6mal am Tag. Verstärken lässt sich die Wirkung, indem man die Muskeln gegen einen Widerstand anspannt. Dazu kann der Therapeut einen speziellen Afterdehner verordnen, der insbesondere bei Rissen und Störungen der Schließmuskelfunktionen angezeigt ist. Er wird gut eingefettet vorsichtig in den After eingeführt, dann übt man in der vorstehend beschriebenen Weise. Es genügt aber auch, den mit einem Gummifingerling geschützten Zeige- oder Mittelfinger gut eingefettet in der After zu schieben und in gleicher Weise zu trainieren. Da diese Übungen aber nicht bei allen Afterkrankheiten angezeigt sind, befragt man vorher immer den Therapeuten. Das entstauende Aftertraining sollte möglichst lebenslang regelmäßig zur Vorbeugung von Hämorrhoiden bei bekannter Veranlagung durchgeführt werden und ist unentbehrlich zur ergänzenden Behandlung und Nachsorge bei bestehenden Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Erkrankungen. Allerdings darf man das tägliche Bewegungsprogramm nicht darauf beschränken; es nützt wenig, wenn man das Blut aus den Hämorrhoiden Geflechten des Enddarms austreibt und es sich dann gleich danach doch wieder in den Venen staut. Optimale Behandlungsergebnisse erzielt man nur, wenn die Durchblutung insgesamt angeregt wird.

Aftertoilette nach dem Stuhlgang

Die falsche Scham, die viele Patienten mit Enddarm-After-Leiden lange Zeit von einer Untersuchung abhält, scheint sich auch auf die Hygiene in diesem Bereich auszuwirken. Dabei spielt sie am After eine besonders wichtige Rolle; abgesehen von den Stuhlresten, die zu Hautreizungen und Entzündungen führen können, herrscht in der After-Genital-Region bei unzulänglicher Hygiene ein besonders ungünstiges feuchtes Milieu, das Ekzeme und Infektionen begünstigt. Deshalb gehört die Pflege des Afters stets zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung von Enddarm-After-Erkrankungen. Sie wird bei jeder Stuhlentleerung und unabhängig davon mindestens l mal täglich im Rahmen der allgemeinen Körperreinigung durchgeführt.

Zur Reinigung des Afters nach dem Stuhlgang verwendet man festes, weiches, möglichst nicht bedrucktes oder gefärbtes (Ekzeme, andere allergische Reaktionen) Toilettenpapier, unter keinen Umständen das auch heute noch von manchen Menschen gebrauchte Zeitungspapier. Auch Ihre Unterwäsche sollte aus einer hautfreundlichen, atmungsaktiven Baumwolle hergestellt sein. Sie nimmt Schweiß auf und lässt sich kochen.

Der After wird sorgfältig, aber nicht zu kräftig nach hinten oben mit dem Papier gereinigt, nie nach vorne Richtung Damm und Geschlechtsteile, sonst könnten Stuhlreste und Krankheitserreger verschleppt werden. Anschließend empfiehlt es sich auch dann, wenn noch keine Enddarm-After-Erkrankung besteht, die Aftergegend mit lauwarmem Kamillentee zu waschen und mit weichem Toilettenpapier oder Zellstofftüchern behutsam trocken zu tupfen. Mit dem Hämorrhoidalleiden ist häufig ein quälender Juckreiz verbunden. Duschen Sie die Aftergegend nach der Stuhlentleerung mit kaltem Wasser ab. Das hilft vorübergehend gegen die Schmerzen und den unerträglichen Juckreiz! Ein Bidet im Badezimmer vereinfacht die Afterreinigung. Zum Abschluss trägt man ein Körperpuder mit Kieselsäure (zum Beispiel Aktiv- Puder) oder eine reizfreie Hautcreme mit Kamille auf. Patienten mit Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Krankheiten verwenden an ihrer Stelle eine geeignete Heilsalbe.

Neben dieser Aftertoilette, die nach jeder Stuhlentleerung notwendig ist, wird der After (einschließlich der Damm-Genital-Region) l mal täglich im Rahmen der allgemeinen Körperreinigung gewaschen. Dazu dürfen keine üblichen Seifen verwendet werden, denn sie reizen die sehr empfindliche Haut in der Umgebung des Afters oft, und es kann sogar zu Entzündungen und Ekzemen kommen. Geeignet sind entweder spezielle Intim-Waschlotionen oder andere milde, rückfettende Hautwaschmittel ohne Seife; sie beugen Reizungen vor und schützen vor der Aufweichung der oberen Hautschichten durch Schwitzen. Zum Abschluss trägt man das oben genannte Hautpuder oder eine gute Kamillencreme auf. Kleine weiße Wattebäusche, zwischen die Gesäßhälften gelegt, saugen die Feuchtigkeit auf und verhindern das Aneinanderreiben der Haut.

Natürlich kann man allein durch sorgfältige Aftertoilette keine Enddarm- After-Erkrankung vermeiden. Aber sie trägt doch mit zur Vorbeugung und erfolgreichen Behandlung bei und darf deshalb nicht vernachlässigt werden.

Verzicht auf Abführmittel

Auf den ersten Blick erscheinen die Abführmittel als »ideale« Hilfe für Patienten mit Hämorrhoiden, anderen Enddarm und Afterleiden. Sie erzwingen eine regelmäßige Stuhlentleerung und halten den Stuhl weich bis flüssig, so dass die Entleerung keine Schmerzen verursacht.

Tatsächlich gehören Abführmittel aber zu den Medikamenten, die von den Betroffenen im Allgemeinen strikt gemieden werden müssen. Abgesehen davon, dass sie eine unnatürliche Darmentleerung durch Reizung der Darmschleimhaut verursachen und bei längerem Gebrauch zur paradoxen Abführmittelverstopfung und anderen erheblichen Nebenwirkungen führen, reizen sie den empfindlichen After und verschlimmern die Erkrankung dadurch. Es führt also kein Weg an der ballaststoffreichen Ernährung vorbei, die wir im vorangegangenen Kapitel beschrieben haben.

Die unerwünschten Nebenwirkungen der Abführmittel drohen übrigens nicht nur von den chemischen Wirkstoffen, sondern auch von rein pflanzlichen Medikamenten. Diese wirken im Grunde ebenfalls durch Reizung der Darmschleimhaut. Einlaufe (Klistiere), bei denen abführende Stoffe direkt in den Enddarm gebracht werden, den restlichen Dickdarm also nicht unnötig reizen, kommen bei Hämorrhoiden und anderen Enddarm-After-Erkrankungen grundsätzlich nicht in Frage. Beim Einführen des Einlaufrohrs könnte es nämlich zu Blutungen, Afterrissen und anderen Komplikationen kommen. Deshalb ist auch diese Behandlung nicht geeignet, um die ballaststoffreiche Vollwertkost zu ersetzen. Wer bereits längere Zeit Abführmittel verwendet hat, muss sich einer »Entwöhnung« nach Anweisung seines Therapeuten unterziehen. Dabei spielen die Ballaststoffe wieder eine zentrale Rolle, gleichzeitig müssen die oft eingetretenen Darmschäden gezielt behandelt werden. Auch nach langjährigem Abführmittelmissbrauch ist es im Allgemeinen möglich, im Laufe einiger Wochen zur natürlichen Darmentleerung zurückzufinden, wenn nur erst die unangenehme Anfangsphase der »Entwöhnung« durchgestanden ist. Zukünftig vermeidet man dann durch vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und »Erziehung« des Darms zur Pünktlichkeit die erneute Verstopfung.

Kieselsäure stärkt das Bindegewebe

Die Hämorrhoiden stehen häufig mit anlagebedingter Bindegewebsschwäche in Beziehung. Dann gehört die Stärkung der Bindegewebsfunktionen zur Grundbehandlung. Bei rechtzeitiger Anwendung kann die Kieselsäure zusammen mit den anderen vorbeugenden Maßnahmen die Hämorrhoiden sogar vermeiden. Vollwertige Ernährung mit ausreichend pflanzlichen Lebensmitteln führt dem Körper genügend Kieselsäure zu, um den normalen Tagesbedarf zu decken. Das genügt aber nicht zur Besserung der Bindegewebsschwäche. Dazu sollte man kurzmässig einige Monate (oder länger) Arzneimittel oder Heiltees mit Kieselsäure einnehmen. Grundsätzlich sind die fertigen Arzneimittel vorzuziehen, weil sie im Vergleich zum Tee stets gleichbleibend viel Kieselsäure enthalten. Darüber spricht man am besten mit dem Therapeuten, der im Einzelfall auch die gut wirksame homöopathische Zubereitung aus Kieselsäure (Silicea) verordnen kann.

Wenn Sie unter Hämorrhoiden leiden, empfehlen wir Ihnen ein wunderbares homöopathisches Mittel Venapro.